Karsterscheinungen im Überblick - Begriffserklärungen mit Beispielen aus dem (Süd-)Harz

  • Doline
    Dolinen sind kleine Täler oder Senken, welche durch die Auflösung des Karstgesteins an der Erdoberfläche entstanden sind. Eingebrochene Hohlräume im reinen Karstgestein werden Einsturzdolinen genannt. Dolinen finden Sie z.B. auf dem Gebiet des Lichtensteins.



  • Erdfall
    Bricht das wasserunlösliche Deckgestein über einer Karsthöhle ein, entsteht ein meist trichterförmiger Krater, welcher als Erdfall bezeichnet wird. Einige Erdfälle füllen sich mit Wasser und bilden einen kleinen See, andere dagegen bleiben trocken. Beispiele für wassergefüllte Erdfälle sind der Jues-See in Herzberg, der Wiedensee zwischen Pöhlde und Scharzfeld sowie die sechs Erdfallseen bei Liebenrode. Oft werden auch Dolinen umgangssprachlich als Erdfall bezeichnet, dies ist allerdings wissenschaftlich nicht korrekt.



  • Karsthöhle
    Unaufhörlich wäscht das Wasser das leicht lösliche Karstgestein aus. Im Südharz sind dies meist Anhydrit/Gips und Dolomit. Dadurch entstehen im Untergrund Hohlräume, welche im Laufe der Zeit immer größere Dimensionen annehmen. Der unterirdische Wasserfluß führt zur Bildung weitverzweigter Höhlensysteme mit teilweise riesigen Ausmaßen, welche aber eine - in geologischen Zeiträumen gemessen - nur kurze Lebensdauer besitzen. Die größte begehbare Gipshöhle im Südharz und in ganz Europa ist die Heimkehle im Alten Stolberg bei Uftrungen. Der Verfall einer derartigen Höhle läßt sich dagegen gut an der Kelle beobachten.



  • Karstquelle
    Das in einem Karstgebiet unterirdisch vorhandene Wasser gelangt in einer Karstquelle wieder an die Erdoberfläche. Weil die Hohlräume im Karstgestein eine geringe Speicherkapazität haben, geben Karstquellen nach starken Niederschlägen meist sehr viel und in Trockenzeiten entsprechend wenig Wasser ab. Die größte und wohl auch bekannteste Karstquelle im Südharzgebiet ist die Rhumequelle, an zweiter Stelle folgt der Salza-Spring (Salza-Quelle).



  • Ponor (Bachschwinde)
    Ein Ponor ist eine Stelle im Karstgebiet, an der ein Bach (oder See) ganz oder teilweise "verschwindet". Das Wasser fließt unterirdisch durch die miteinander verbundenen Hohlräume im Karstgestein weiter. Oft kommt es in größerer Entfernung in einer Karstquelle wieder ans Tageslicht. Ponore gibt es im Südharz an den Flüssen Oder, Sieber, Beber und Wieda. Das "verschwundene" Wasser dieser Flüsse findet sich wenig später z.B. in der Rhumequelle wieder an.



  • Quellkuppe
    An vielen Stellen in der Südharzer Karstlandschaft kommt es vor, daß das leicht wasserlösliche Gestein durch nicht lösliches Material geschützt wird. In solchen Fällen bildet sich eine sanfte Hügellandschaft heraus, die auch "Gipsbuckellandschaft" genannt wird. Ursprünglich nahmen die Forscher an, daß diese Hügel in der Landschaft durch das Aufquellen des mit Wasser in Berührung gelangten Anhydrits zu Gips entstanden waren und nannten sie daher "Quellkuppen". Zwar ist inzwischen längst die wahre Ursache der Entstehung dieser kleinen Anhöhen bekannt, aber der Name hat sich bis heute erhalten.

    Allerdings gibt es im südlichen Harzvorland eigentümliche Naturerscheinungen, welche tatsächlich durch die Aufquellung des Gesteins bei der Umwandlung von Anhydrit in Gips entstanden sind - die Zwergenlöcher bei Bad Sachsa.



  • Schlotte
    Durch Auswaschungen im Karstgestein entstandene große Hohlräume werden als Schlotten bezeichnet. Viele dieser Höhlen sind mit Wasser gefüllt. Für Bergleute stellen derartige Schlotten eine erhebliche Gefahr dar. Werden diese Hohlräume durch den Stollen angeschnitten, können die Grubenbaue in kürzester Zeit geflutet werden.



  • Uvala
    Liegen Dolinen und Erdfälle sehr dicht beieinander, so entstehen an der Oberfläche des Karstgesteins großflächige zusammenhängende talartige Vertiefungen, welche die Bezeichnung Uvala tragen.

Weitere Informationen:
Der Karstwanderweg | Der Bergbau im Mansfelder Land



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