Der Karstwanderweg

tiefe Felsspalte am Karstwanderweg  
Gefährlich: Tiefe Felsspalte am Wegesrand.  
Der Karstwanderweg verläuft quer durch die Südharzer Gipskarstlandschaft, welche als "Biosphärenreservat Karstlandschaft" unter besonderem Schutz steht. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Naturschutzgebiete innerhalb dieses Biosphärenreservates. Die beiden Ausgangs- bzw. Endpunkte des Wanderweges sind die Orte Förste nahe Osterode im Westen und Pölsfeld nördlich von Sangerhausen im Osten. Auf der mehrfach verzweigten, insgesamt 207 Kilometer langen Strecke können Sie zahlreiche der für eine Karstlandschaft typischen, von der Natur in vielen Jahrtausenden geformten Eigentümlichkeiten betrachten, z.B. Wiesensenken (Dolinen), Erdfälle, Spalten, Höhlen und Karstquellen.

Ein Karstgebiet entsteht dadurch, daß das Wasser nicht wie üblich vorwiegend oberirdisch durch Bäche und Flüsse, sondern unterirdisch abläuft. Grund dafür ist die Eigenschaft der im Südharz hauptsächlich anzutreffenden Karstgesteine Gips und Dolomit, sich leicht in Wasser aufzulösen. Es bildet sich dadurch eine trockene Oberfläche, welche von unten her im Laufe der Zeit immer mehr durchlöchert wird, da das Wasser das Karstgestein löst und wegtransportiert. Der im Südharz in großen Mengen anzutreffende Gips ist besonders gut wasserlöslich und das Gestein weist somit hier sehr viele und große Hohlräume auf, durch die das Wasser weit unterhalb der Erdoberfläche abfließen kann. Im Gebiet südlich des Harzes gibt es aus diesem Grund viele außergewöhnlich große Höhlen. Oft bricht nach einiger Zeit das oben liegende Deckgestein ein und es bilden sich Erdfälle (Einsturztrichter von Höhlen). Im Südharz wurden von diesen mehrere zehntausend Stück gezählt und pro Jahr kommen etwa 10 neue Erdfälle hinzu.

Besondere Naturwunder entlang des Karstwanderweges, welche ihre Ursache in der Verkarstung der Südharzer Landschaft haben, sind u.a. der Bauerngraben (ein nur zeitweilig mit Wasser gefüllter See), die Heimkehle (die größte Gipshöhle in Europa), die Zwergenlöcher, die Einhornhöhle bei Scharzfeld, die Jettenhöhle im Naturschutzgebiet Hainholz und die Rhumequelle (eine Karstquelle mit bis zu 5.000 Litern Wasser pro Sekunde und damit die drittgrößte Quelle in Europa).

Weitere interessante Stationen an diesem speziellen Wanderweg sind die Orte Osterode, Walkenried, Ellrich und Questenberg sowie die Naturschutzgebiete Itelteich und Priorteich - Sachsenstein.

Weitere Informationen:
Wandern im Harz | Begriffserklärungen zu Karsterscheinungen | Pölsfeld | Webseite des Karstwanderweges (www.karstwanderweg.de)



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