Das Zisterzienserkloster in Walkenried

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Ruine des Klosters Walkenried
Stolz ragen noch heute die eindrucksvollen Ruinen der gotischen Klosterkirche in den Himmel.
Das Zisterzienserkloster Walkenried wurde im Jahre 1127 von der Gräfin Adelheid von Clettenberg gegründet. Seine Mönche verwandelten darauf hin mit ihrer Tätigkeit das Antlitz der Landschaft um Walkenried grundlegend. Das ursprüngliche baumbestandene Sumpfgebiet wurde trockengelegt, es entstanden stattdessen Felder und viele Fischteiche. Durch die damit verbundene Sicherstellung der Versorgung der Mönche mit Nahrung entstand die Grundlage für den Wohlstand des Klosters.

Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich das Kloster Walkenried zu einem Machtzentrum der Zisterzienser. Der Mönchsorden erwarb große Ländereien in ganz Norddeutschland, dazu Silberbergwerke, Weinkellereien, Brauereien und verschiedene andere Gewerbebetriebe. Hinzu kamen noch Privilegien wie z.B. Münzhoheit und eigenes Gericht.

Damit wurde der Bau einer prachtvollen Klosterkirche möglich. Im Jahre 1209 begann die Umgestaltung des romanischen Vorgängerbaus zur gotischen Basilika. Die Bauarbeiten an diesem Gotteshaus sollten mehr als 80 Jahre andauern und den größten mittelalterlichen Sakralbau Norddeutschlands hervorbringen. Das 92 Meter lange und etwa 36 Meter breite Bauwerk wurde schließlich im Jahre 1290 in der Blütezeit des Klosters geweiht.

Mit dem Ende des Mittelalters begann auch das Ende des Zisterzienserreiches. Die Anzahl der Mönche nahm stetig ab. Während des Bauernkrieges im Jahre 1525 wurde das noch immer wohlhabende Kloster Walkenried von aufständigen Bauern gestürmt. Sie geplünderten es und vertrieben alle Mönche. Die Bauern verursachten außerdem starke Zerstörungen an den Klostergebäuden, vor allem an tragenden Teilen der Kirche. In der Folgezeit begann diese zu verfallen. Im Jahre 1570 stürzte das Kirchendach ein und das einstmals prunkvolle Gotteshaus war nur noch eine Ruine.

In den folgenden Jahrhunderten diente die Kirchenruine als Steinbruch für zahlreiche Gebäude in der Umgebung, vor allem für Bauwerke im Ort Walkenried, welcher sich auf dem Klostergelände herausbildete. Ein Verbot der Steinentnahme aus der Ruine erfolgte im Jahre 1817, erste aktive Bemühungen zum Erhalt der verbliebenen Gebäudeteile datieren aus der Zeit der Reichsgründung um 1870. Dennoch verfiel die Bausubstanz fast unvermindert weiter. Erst im Jahre 1977 wurde mit der grundlegenden Sanierung der Ruine begonnen.

Heute dienen die verbliebenen Klostergebäude und die Kirchenruine v.a. kulturellen Zwecken. Es finden hier regelmäßig Führungen sowie Konzerte von renommierten Solisten und Orchestern statt. Seit dem Jahre 2006 beherbergt der aus dem 13. Jahrhundert stammende Klausurbau das "ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried", in welchem Sie in mehreren Ausstellungsräumen viel wissenswertes rund um das Kloster erfahren können.

 


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