Breitungen

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St.-Arnold-Kirche in Breitungen
Straßenansicht der St.-Arnold-Kirche in Breitungen
Breitungen ist ein ruhiger Erholungsort mit etwa 500 Einwohnern am Südrand des Harzes. Die Siedlung befindet sich abseits der Hauptverkehrsadern inmitten der Südharzer Gipskarstregion etwa vier Kilometer nördlich von Roßla.

Die Frühzeit des Ortes verliert sich im Dunkel der Geschichte. Vermutlich wurde die Siedlung bereits im 3. oder 4. Jahrhundert nach Chr. gegründet. Erst sehr viel später - im Jahre 961 - erfolgte die erstmalige schriftliche Erwähnung in einer Urkunde.

Auf einer Anhöhe nördlich des heutigen Ortes wurde im 10. Jahrhundert ein Kloster gegründet. Dort erbauten die Mönche vermutlich am Standort eines alten heidnischen Kultplatzes ein kleines Gotteshaus, welches sie dem Heiligen Arnold weihten. Dieser war wohl ein Zeitgenosse Karls des Großen und erfuhr im Rheinland als Lokalheiliger Verehrung. Man kann deshalb davon ausgehen, daß die ersten Mönche des Breitunger Klosters aus dieser Region in den Südharz kamen. In ganz Mitteldeutschland gibt es jedenfalls keine zweite St.-Arnold-Kirche. Das Kloster wurde durch eine Graben-Wall-Anlage geschützt. Auf dem Gelände befinden sich heute noch Überbleibsel dieser Verteidigungsanlage sowie Mauerreste, welche vermutlich von der frühromanischen Arnoldskapelle stammen.

Im Verlauf des Spätmittelalters wurde das Kloster aufgegeben. Der genaue Hergang und der Zeitpunkt dieses Vorgangs sind nicht überliefert, ebenso nicht, ob und wie lange die Kapelle noch von der Dorfbevölkerung genutzt wurde. Um das Jahr 1400 entstand auf Initiative der Stolberger Grafen eine Kirche auf dem Breitenberg. Diese nutzten die Menschen der Orte Breitungen, Breitenbach und Dietersdorf gemeinsam.

Die Breitunger Bürger aber wollten ein eigenes Gotteshaus. Aus diesem Grund erfolgte im Jahre 1427 ein Kirchenneubau im Stil der Gotik auf dem Breitunger Kirchberg ausschließlich für den Ort Breitungen. Von diesem ebenfalls dem Heiligen Arnold geweihten Gotteshaus sind in unserer Zeit keine Spuren mehr erkennbar. Die Kirche wurde nach dem Bau der heutigen St.-Arnold-Kirche im Breitunger Oberdorf um das Jahr 1735 abgerissen. Der Kirchberg war seinerzeit ein Zentrum der Bergbaus und das mittelalterliche Gotteshaus entsprach nicht mehr den Ansprüchen der Bürger des Ortes.

Die Grundsteinlegung für die heutige Kirche fand im Jahre 1727 statt, eingeweiht wurde das Gotteshaus im August 1734. Das Inventar stammt zu großen Teilen aus der alten Kirche, darunter eine Glocke aus dem Jahre 1435. Die Straßenansicht der St.-Arnold-Kirche macht mit dem massiven Bruchsteinmauerwerk einen wuchtigen, beinahe festungsartigen Eindruck. Das Gotteshaus wurde in den 1990er Jahren umfassend saniert.

In der Vergangenheit war in Breitungen der Bergbau ein bedeutender Wirtschaftszweig. Das Breitunger Kupferschieferrevier reichte vom Haselbach im Osten bis zum Glasebach im Westen. Die Jahre zwischen 1715 und 1774 stellten die Blütezeit des Bergbaus in Breitungen dar. In all den Jahren hatten die Bergmänner stets mit dem in die Stollen eindringenden Wasser zu kämpfen. Dieses war unter Tage reichlich vorhanden - ganz im Gegensatz zum oberirdischen Angebot. Das Wasser der Bäche um Breitungen reichte nicht aus, um die diversen technischen Anlagen der Gruben mit Energie zu versorgen.

Ein tiefer Wasserlösungsstollen sollte Abhilfe schaffen und das Wasser aus dem Berg herausleiten. Der 1727 begonnene Bau des Breitunger Erbstollens, welcher diese Aufgabe übernehmen sollte, endete mit einem Disaster. Die Arbeiter stießen auf eine mit Wasser gefüllte Höhle, welche mit dem Bauerngraben in Verbindung stand. Der Stollen wurde überflutet und aufgegeben. Dieses Ereignis läutete das Ende des Breitunger Bergbaus ein. In unseren Tagen sind für den Laien in und um Breitungen kaum noch Relikte der Bergbauära erkennbar.

Seit vielen Jahren ist Breitungen ein beliebter Erholungsort. Sie finden hier zahlreiche liebevoll sanierte Fachwerkhäuser vor. Ein Waldbad lädt in der warmen Jahreszeit zum Sprung in das kühle Naß ein. Die Umgebung stellt ein attraktives Wandergebiet dar. Besonders der südlich des Ortes verlaufende Karstwanderweg erschließt Ihnen ein Vielzahl interessanter Karstphänomene.

 


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Weitere Informationen:
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