Tilkerode

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Tilkerode ist eine kleine Siedlung im Unterharz ca. fünf Kilometer nördlich von Wippra an der Landstraße in Richtung Stangerode. Der Ort liegt auf einer Hochfläche zwischen den Flußtälern der Wiebeck im Norden und der Eine im Süden. Tilkerode wurde im Jahre 1123 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit 1952 ein Ortsteil von Abberode.

Jahrhundertelang war Tilkerode eine anhaltinische Exklave auf dem Territorium der Grafschaft Mansfeld. Während der frühen Neuzeit war der Ort zeitweilig eine von den Bewohnern verlassene Wüstung. Der Fürst von Anhalt-Bernburg-Harzgerode ließ Tilkerode nach 1661 wieder aufbauen.

Östlich und nordöstlich des Ortes befindet sich ein ehemaliges Bergbaurevier. Seit dem Jahre 1762 ist dort der Abbau von Eisenerz urkundlich belegt. Vermutlich erfolgte ein oberflächennaher Bergbau aber schon einige Zeit zuvor.

Das Revier lieferte insgesamt zwischen 35.000 und 40.000 Tonnen Eisenerz. Dieses wurde hauptsächlich in Mägdesprung verhüttet und weiterverarbeitet. Die Schächte bei Tilkerode erreichten im 19. Jahrhundert Tiefen bis zu 60 Meter. Wegen Schwierigkeiten mit dem eindringenden Grundwasser stellte man um 1858 die Erzförderung ein. In den 1930er Jahren trieb man auf der Suche nach neuen Lagerstätten erneut Stollen in das Gebirge. Die bisher letzten Erkundungsarbeiten im Bereich der alten Gruben erfolgten im Jahre 1956.

Die im Tilkeröder Revier abgebauten Erze enthielten neben Eisen auch Selen, Blei und Kupfer sowie in geringen Spuren verschiedene Edelmetalle. Um Tilkerode befinden sich außerdem diverse Fundstätten einiger sehr seltener Minerale, von welchen einige hier erstmalig angetroffen wurden. Eine Sensation stellte die Entdeckung des anhaltinischen Oberbergrates Johann Ludwig Carl Zincken im Jahre 1821 dar, als dieser feststellte, daß einige der Seleniderze Gold enthielten. Dadurch wurde der Ort Tilkerode auch überregional bekannt.

Die gesamte darauf hin geförderte Goldmenge betrug lediglich 400 Gramm. Diese reichte gerade für die Prägung von 116 Ein-Dukaten-Stücken aus. Auf der Seite mit dem Wappentier, dem anhaltinischen Bären, tragen die jeweils 3,49 Gramm schweren Münzen die Aufschrift "EX AURO ANHALTINO". Diese Dukaten waren zwar ganz gewiß keine Ausbeutestücke, besaßen aber einen hohen Prestigewert - waren sie doch die einzigen Münzen aus auf anhaltinischem Gebiet gefördertem Gold. Heute stellen die Goldmünzen numismatische Raritäten dar, welche wohl in fast jeder Sammlung fehlen dürften.

Das Altbergbaugebiet bei Tilkerode steht heute als Flächendenkmal unter Schutz. Ein Betreten der einstigen Bergbauanlagen und die Entnahme von Mineralen sind verboten. Das Areal wird für interessierte Besucher durch einen rund fünf Kilometer langen Natur- und Bergbaulehrpfad erschlossen.

Im Zentrum von Tilkerode steht als markantes Bauwerk eine kleine Kirche. Dieses Gotteshaus wurde im Jahre 1936 am Standort eines 1772 geweihten Vorgängerbaus errichtet. Tilkerode befindet sich etwas abseits der großen Harzer Touristenhochburgen. Daher stellt die Umgebung des Ortes mit dem Wiebeck- und dem Einetal ein naturnahes und vor allem ruhiges Wandergebiet dar. Durch die nahe Bundesstraße 242 wird Tilkerode aber dennoch gut in die Verkehrsinfrastruktur des Harzes eingebunden.

 


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